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09.04.2016, 10:26 Uhr
Stadtwerke-Chef bekommt Job nicht zurück
Fristlose Kündigung war rechtmäßig
Ex-Geschäftsführer klagte erfolglos gegen fristlose Kündigung. Ihm wurde vorgeworfen, sich unberechtigt Vergünstigungen verschafft zu haben.
Die Affäre um finanzielle Unregelmäßigkeiten in den städtischen Gesellschaften von Bad Sachsa hat zu einem ersten gerichtlichen Nachspiel geführt. Die Kammer für Handelssachen des Landgerichts hat eine Klage des Ex-Geschäftsführers Michael Momberg gegen seine fristlose Kündigung (wir berichteten) als nicht begründet zurückgewiesen. Die Kammer habe die Kündigung für wirksam erklärt, teilte ein Gerichtssprecher am Mittwoch mit. Zu den städtischen Betrieben gehören die Stadtwerke Bad Sachsa GmbH, die Bädergesellschaft Bad Sachsa mbH und die Bad Sachsa Holding GmbH & Co KG, die sich um die touristische Vermarktung des Südharzer Ortes kümmert. Mit sofortiger Wirkung gekündigt Die Stadt hatte sich Mitte Juni 2015 mit sofortiger Wirkung von dem damaligen Geschäftsführer der drei Betriebe getrennt. Ihm wurde vorgeworfen, sich unberechtigt finanzielle Vergünstigungen verschafft zu haben. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat deshalb ein Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Geschäftsführer eingeleitet. Nach Angaben eines Sprechers geht es unter anderem um Reisekostenabrechnungen, Geldentnahmen und die kostenfreie Nutzung einer Gästewohnung. Dr. Axel Hartmann, Bürgermeister von Bad Sachsa: „Ich sehe mich voll bestätigt in dem Urteil des Gerichts und habe auch nie einen Zweifel gehabt, dass die Entscheidung so fällt, wie sie gefallen ist. Wir haben sorgfältig recherchiert, ehe wir die Behörden informiert hatten.“ Martin Völz, Geschäftsführer Holding Bad Sachsa: „Wir haben uns als Unternehmen richtig verhalten, das hat das Urteil bewiesen. Ich bin froh, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen, die gegen uns geführt wurden, beendet hat.“ Auch gegen die frühere Bürgermeisterin von Bad Sachsa, Helene Hofmann, ist ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue anhängig. Hofmann, die von 1996 bis 2014 an der Spitze der Verwaltung stand, steht im Verdacht, Einnahmen aus einer Nebentätigkeit nicht ordnungsgemäß abgeführt zu haben. Außerdem überprüft die Staatsanwaltschaft die Modalitäten einer Pkw-Anschaffung. Hofmann soll ein BMW Cabrio über das Rathaus bestellt und angemeldet haben und so in den Genuss eines Rabatts beim Leasing gekommen sein.